5 Dinge, die Sie über eine Fehlgeburt wissen müssen

Warum erleben manche Frauen eine Fehlgeburt und andere nicht? Besteht ein höheres Risiko für weitere Fehlgeburten, wenn man bereits einmal eine Fehlgeburt erlitten hat? Welche Rolle spielt der Lebensstil, wenn es darum geht, einer Fehlgeburt vorzubeugen? Lesen Sie hier die Antworten des Arztes.

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Jesper Friis Petersen

17. februar - 2022


Jede fünfte Frau erleidet im Laufe ihres Lebens eine Fehlgeburt. Wir haben mit dem Arzt Jesper Friis Petersen über fünf der am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Fehlgeburt gesprochen.

1. Wie viele Frauen erleben eine Fehlgeburt?

Dies kann man auf vielerlei Weise erfassen, aber das Wesentliche ist, dass es viele sind. Wenn wir mehr über das Thema sprechen würden, würden wir wahrscheinlich alle feststellen, dass mehr Personen davon betroffen sind, als man denkt. Die genaue Zahl zu bestimmen ist schwierig, da viele Fehlgeburten auftreten, noch bevor die Frau überhaupt weiß, dass sie schwanger ist. Aber insgesamt kann man sagen, dass 1 von 4 gewünschten Schwangerschaften so endet. Und wir können auch sagen, dass etwa 1 von 5 Frauen im Laufe ihres Lebens Fehlgeburt erleidet. Wenn man davon ausgeht, dass jede vierte Frau eine Fehlgeburt erleidet, bedeutet dies, dass es in Dänemark jedes Jahr etwa 15-20.000 Fälle gibt.

Jesper Friis Petersen

Arzt und Wissenschaftler beim COPL-Projekt
über Fehlgeburten im Rahmen des Postdoc
-Programms der Universität Kopenhagen
Abgeschlossene Facharztausbildung in
Gynäkologie und Geburtshilfe.

2. Wenn ich eine Fehlgeburt hatte, werde ich dann weitere Fehlgeburten haben?

Glücklicherweise ist es keineswegs sicher, dass es zu weiteren Fehlgeburten kommen wird, wenn schon einmal eine Fehlgeburt aufgetreten ist. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand können wir den Ausgang der nächsten Schwangerschaft nicht vorhersagen, aber es wird viel geforscht (auch hier im in Dänemark, wo ich am COPL-Projekt teilnehme), um die Informationen für die Patienten zu verbessern.

Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass wir, wenn wir eine bessere Vorstellung davon bekommen, warum es überhaupt zu Fehlgeburten kommt, auch wesentlich einfacher vorherzusagen können, ob das Risiko erneut auftreten kann.

Leider gilt: Je mehr Fehlgeburten auftreten, desto größer ist das Risiko eines erneuten Auftretens. Und ein weiterer bekannter Risikofaktor ist auch ein höheres Lebensalter (in der Regel über 35 Jahre) sowohl bei der Frau als auch beim Mann.

3. Warum kommt es normalerweise zu einer Fehlgeburt?

Eine häufige Ursache ist ein Fötus, bei dem eine Störung des genetischen Materials vorliegt und die notwendige Zellteilung aus der befruchteten Eizelle (die aus dem Zusammentreffen von Samenzelle und Eizelle entsteht) deshalb zum Stillstand kommt. Das Erbgut in der befruchteten Eizelle ist der Baustein aller Zellen, aus denen der lebensfähige Fötus hervorgeht, und es ist ein heikler Moment, denn bei der Verschmelzung der beiden Zellen kann vieles schief gehen.

Betrachtet man das Problem aber andersherum, ist es im Umkehrschluss aber auch faszinierend zu sehen, wie oft es gut geht – und das ist tatsächlich das Ausgangsmaterial, das wir benötigen.

Eine erblich bedingte Fehlgeburt ist schwer zu vermeiden, aber die moderne Forschung untersucht derzeit, ob dies in einigen Fällen doch möglich ist (siehe Frage 5). Bei Fehlgeburten von Föten mit normalem Erbgut ist es schwieriger, eine Erklärung und eine Ursache zu finden. Aber es ist auch ein Bereich, in dem viel geforscht wird, gerade weil wir glauben, dass diese Verluste vermeidbar sein könnten.

4. Kann ich selbst etwas tun, um eine Fehlgeburt zu vermeiden?

Soweit wir wissen, bringt es schon sehr viel, wenn man sein Leben im Einklang mit den üblichen Gesundheitsratschlägen gestaltet. Dies bedeutet, dass man sowohl Männern als auch Frauen dazu rät, sich abwechslungsreich und nicht zu üppig zu ernähren (ein BMI unter 30, vorzugsweise unter 25), regelmäßig wöchentlich Sport zu treiben, den Alkoholkonsum zu reduzieren oder einzustellen und mit dem Rauchen aufzuhören.

Darüber hinaus sollte man generell die offiziellen Ratschläge zu Vitaminergänzungen, Diäten und Verhaltensweisen befolgen, wenn man versucht, schwanger zu werden. Der letzte Ratschlag, auch wenn er unglaublich schwer zu befolgen ist, lautet, das Projekt Schwangerschaft früh genug in Angriff zu nehmen, um nicht altersbedingte Fehlgeburten in Kauf nehmen zu müssen.

Es handelt sich dabei ganz klar um die typischen Empfehlungen für gute Gesundheitsgewohnheiten, die den meisten Menschen bereits bekannt sind, auch wenn sie ein wenig langweilig sind. Wenn Sie sich diese Gewohnheiten jedoch während des Projekts Schwangerschaft aneignen und einige von ihnen in Ihr Leben integrieren, kann sich das in vielerlei Hinsicht auszahlen. Es ist jedoch auch wichtig zu wissen, dass man, selbst wenn man diese Ratschläge befolgt, eine Fehlgeburt nicht ausschließen kann. Es kann wirklich jedem passieren.

5. Wie beeinflussen die männlichen Spermien und Gene eine Fehlgeburt? Und was ist mit der Frau?

Der Beitrag des Mannes bei der Fortpflanzung ist ein Thema, das in der Forschung erstaunlicherweise etwas vernachlässigt wurde Es gibt zahlreiche Erklärungen, die vor allem auf historische und kulturelle Traditionen zurückzuführen sind, doch inzwischen hat das moderne Denken Einzug gehalten und die Forschung beginnt, sich mit diesem Thema zu befassen.

Auch in Bezug auf das Risiko einer Fehlgeburt selbst dürfte es viel Interessantes herauszufinden geben. Unter anderem wissen wir bereits, dass das Ausmaß der Schädigung des Erbmaterials in der Samenzelle das Risiko einer Fehlgeburt und einer späteren Erkrankung des Kindes erhöht. Das Spannende an diesem Thema ist: Da beim Mann ständig neue Spermien produziert werden, kann man durch einen Lebensstil, wie er in Punkt 4 empfohlen wird, die Qualität der Spermien tatsächlich beeinflussen - und auf diese Weise vielleicht auch das Risiko einer Fehlgeburt aufgrund von Schädigungen im Erbgut verringern.